Eisenhüttenstadt oder: Kein Schrummtidummti und kein Rummtibummti sind irgendwie auch keine Lösungen

Mai 5th, 2018

Soll ich wirklich (nach fünf Jahren)?! – Und was heißt „soll“?! – Ich möchte (wenigstens einmal in dieser Woche):

Dieses Weblog hier ist ja immer noch bloß eine Spiel- und Bastelecke.
Denn nachdem ich´s anfänglich ein paar Tage lang für Kommentare freigeschaltet hatte und mit automatisierten Spams à gogo zugemüllt wurde, schloss ich erschrocken und schnurstracks die Kommentarfunktion wieder und nahm ihm damit auch gleich eine seiner wichtigsten Möglichkeiten.

Ich bin nun mal kein Digital Native – also auch kein geborener Blogger.
Aber ich schreibe und veröffentliche einfach gerne, wenngleich mir Bleistift, Kladde und Tintenfeinschreiber immer noch vertrauter anmuten als Notebook, Smartphone und Tablet (beispielsweise).

Leider hatte ich in dieser Woche nicht die Gelegenheit, die re:publica 2018 hier in Berlin zu besuchen, auf der auch digital eher Unbeholfene wie ich einiges lernen konnten.
Aber via Printmedien, Radio, TV und…ja…auch Internet konnte ich mich auch darüber informieren.

Apropos „in dieser Woche“:

Nach dem 1. Mai am Dienstag (also dem sogenannten „Tag der Arbeit“) wird heute nicht zuletzt medial der 200. Geburtstag von Karl Marx erwähnt bis gefeiert.
Mitten im Zeitalter des Finanzmarkt-Kapitalismus wird also eines Analytikers des Kapitalismus gedacht, dem leider immer wieder und wohl auch ebenso gerne wie kurzschlussartig  Experimente misslungener realsozialistischer Art beispielsweise angekreidet werden.

Ich empfehle an dieser Stelle gerne das Sachbuch „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung“ von Ulrike Herrmann (Redakteurin der Berliner Tageszeitung taz) und den Aufsatz „Kein Sozialismus ist auch keine Lösung“ des Politikwissenschaftlers Claus Leggewie in der diesjährigen April-Ausgabe der Berliner Monatszeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik.

Manche Lektüren bringen ja Überraschungen mit sich – und nicht nur Lektüren:
Ich war zu Beginn dieser Woche beispielsweise auch überrascht, als ich auf radioeins aus Potsdam das Lied Eisenhüttenstadt des Kreuzberger Trios Acht Eimer Hühnerherzen hörte.
Mag in diesem Jahr auch kein Nobelpreis für Literatur verliehen werden: Irgendwie geht’s trotzdem weiter. – Oder?!

PS: Und (wer weiß ?!) vielleicht werde ich mich ja demnächst irgendwann auch mal trauen, die Kommentarfunktion dieses Spiel- und Bastelblogs wieder freizuschalten…

Dialoge, Debatten und Diskurse

Mai 9th, 2013

Wenn es einen Preis für entschleunigte Blogs gäbe, wäre dieses hier wohl ein würdiger Anwärter darauf. Über zwei Jahre sind seit meinem letzten Eintrag vergangen. Und wenn ich bedenke, was in dieser Zeit so alles passiert ist (nicht zuletzt in den Themenfeldern Medien, Literatur, Kultur, Non-Profit, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik), dann wird mir schwindelig  und ich seufze.

Doch wem es ab und zu schwindelig wird und wer ab und zu seufzt, so habe ich mir sagen lassen, der lebt noch. Und das ist nicht die schlechteste Nachricht in einer Zeit voller sogenannter Dialoge, Debatten und Diskurse, in denen sich die Sprache eigentlich nur noch lebendig begraben fühlen kann. Aber wo etwas begraben ist, da wächst und blüht gelegentlich  auch etwas (und welkt manchmal auch wieder).

Das Welken, Wachsen und Blühen kennen wir ja nicht nur aus der pflanzlichen Natur, sondern auch aus zwischenmenschlichen, gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Aus Freundschaft und Liebe. Aus Staat, Kirche und Wirtschaft. Aus Sport, Kultur und Medien.  Vom australischen Great Barrier Reef bis hin zum ARD-Tagesschau-Studio in Hamburg (also von der Unterwasser-Flora und -Fauna mit wichtigen ökologischen Aufgaben bis hin zur teils unterirdischen Jargon-Flora  mit öffentlich-rechtlichem Bildungsauftrag): es wächst, blüht und welkt allerorten.

Und dazwischen?
Unsere Sprache!
Welkt oder blüht sie?

Viele Worte habe ich seit meinem letzten Blog-Eintrag  verloren.
Viele Worte habe ich seitdem eigenschöpferisch und unter Ausschluß jedweder Öffentlichkeit und Teilöffentlichkeit geschrieben.
Viele Worte habe ich in dieser Zeit angehört (beispielsweise via Radio, TV und Internet).

Und viele Worte habe ich auch wieder gelesen in Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen mit Druck-Auflagen von 1400  bis zu 632.000 pro Ausgabe und mit Erscheinungsrhythmen von täglich bis viermonatlich. Und was meine Buchlektüren betrifft, so muß ich wiedermal feststellen, dass die sogenannten Sachbücher alle anderen überwiegen. Aber nur, was das physische  Gewicht der Bücher betrifft. Denn ein Gedicht (also auch ein Lied) kann geistig schwerer wiegen als manches mehrhundertseitige Sachbuch.

Anyway: solche Lektüren bringen in mir Saiten zum Schwingen, die bedingen, dass ich ein gewisses Vertrauen auch in das Wachsen und Blühen von Dialogen, Debatten und  Diskursen habe, die sich (nicht zuletzt in öffentlich-rechtlich  und auch in privatwirtschaftlich organisierten Teilöffentlichkeiten und Öffentlichkeiten) ereignen. Und ich bin froh darüber und dankbar dafür, dass ich in einer Zeit lebe, in der ich das Welken, das Wachsen und das Blühen von Dialogen, Debatten und Diskursen vergleichsweise mühelos miterleben darf.

Zwischen Eppendorf und Fukushima

März 15th, 2011

Nach fast neuneinhalb Monaten möchte ich hier wieder ein paar Worte veröffentlichen, weil die Nachrichtenlage dieser Tage mich an das vergangene Wochenende zurückdenken läßt.

In Hamburg-Eppendorf überfuhr am Sonnabendnachmittag ein 38-jähriger Mann in einem PKW bei Rot eine Kreuzung und tötete vier Menschen. Und in Japan ist seit dem Erdbeben und seit dem Tsunami vom vergangenen Freitag das Kernkraftwerk Fukushima außer Kontrolle geraten.

Vermutlich hätte die Nachricht vom Unfall in Eppendorf am vergangenen Wochenende mich weniger berührt, wäre dabei nicht auch der 71-jährige Soziologe Günter Amendt getötet worden. Und die Katastrophe in Japan kann ja sowieso niemanden unberührt lassen.

Ein Verkehrsunfall in einem sogenannten mondänen Hamburger Stadtteil und eine Natur- und Technik-Katastrophe in einem der sogenannten entwickelten Länder dieser Erde…

…von Günter Amendt habe ich zuletzt im Januar einen Essay in der jüngsten Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Merkur gelesen: Worte eines wichtigen Aufklärers unserer Zeit. Und Fukushima kannte ich da noch gar nicht.

Einer der wichtigen deutschsprachigen Aufklärer (nicht zuletzt in Sachen Sex und Drogen) ist am vergangenen Wochenende von einem außer Kontrolle geratenen PKW eines berauschten Mannes in Hamburg-Eppendorf getötet worden. Und in Japan gerieten nach einer Naturkatastrophe seit dem vergangenen Wochenende einige Atomreaktoren außer Kontrolle. – Ja, auch hier geht es um Aufklärung.

Kurzschlüsse in Hannover

Juni 3rd, 2010

Gestern früh legten mehrere Kurzschlüsse in Oberleitungen den Zugverkehr in und um Hannover für eineinhalb Stunden lahm. Und als ich die Meldung nach dem Aufstehen im Radio hörte, filterte mein noch etwas müdes Hirn erstmal nur die Nachricht „Kurzschlüsse in Hannover“ heraus. Und ich dachte mir auf dem Weg zur Kaffeemaschine: „Kurzschlüsse in Hannover? – Kein Wunder in diesen Tagen…“

Denn gerade noch empfing der niedersächsische Noch-Ministerpräsident Christian Wulff am Sonntag die 19jährige Hannoveranerin Lena Meyer-Landrut auf dem Flughafen in Hannover, weil sie souverän das erste Mal nach 28 Jahren den Eurovision Song Contest (Grand Prix) für Deutschland gewann. Und nur einen Tag später bringt der überraschende Rücktritt Horst Köhlers von seinem Amt als Bundespräsident drei Personen aus Parteipolitik und Kirche als Amtsnachfolger ins Gespräch, deren Prominenz ohne die niedersächsische Landeshauptstadt wohl so nicht denkbar wäre: die Margot Käßmann, die Ursula von der Leyen und den besagten Christian Wulff. Und Letzterer wurde heute prompt offiziell von der Bundesregierungskoalition als nächster Bundespräsident vorgeschlagen.

Von Popgeschäft bis Parteipolitik: an Hannover kommt in diesen Tagen wohl niemand so richtig vorbei. Christian Wulff zieht wahrscheinlich ins Schloss Bellevue ein. Lena Meyer-Landrut soll, so wünschen sich manche, auch im nächsten Jahr wieder Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten. Und nicht nur wer gestern früh das Pech hatte, in oder um Hannover mit dem Zug unterwegs zu sein, wird noch länger ein Lied singen können von Kurzschlüssen made in Hannover.

Eyjafjallajökull grüßt Mitteleuropa

April 17th, 2010

Fast neun Wochen sind vergangen, seit ich zuletzt etwas in dieses Blog geschrieben habe. Vor fast fünf Wochen hatte ich meinen letzten Physiotherapie-Termin. Meinen linken Arm kann ich wieder vollständig bewegen. Und schwer vorstellbar ist, daß vor neun Wochen auch hier in Berlin noch tiefer Winter war.

Kaum vorstellbar auch an einem Frühlingstag wie diesem (mit sonnigem und blauem Himmel), daß die Asche eines isländischen Vulkans den mitteleuropäischen Flugverkehr lahmlegt. Auch Flugzeuge aus Afghanistan und den USA können nicht in der Bundesrepublik Deutschland landen.

Eyjafjallajökull grüßt Mitteleuropa. Wäre der Vulkan bereits eine Woche früher ausgebrochen, wäre der Volksrepublik Polen vielleicht die aktuelle nationale Tragödie erspart geblieben. Aber die Natur interessiert sich nicht für Nationalstaaten. Und beim morgigen Staatsbegräbnis in Krakau werden viele geladene Gäste fehlen.

Auch in diesen Tagen ist es also schwer, ohne gemischte Gefühle in den Himmel zu schauen. Denn hienieden im mitteleuropäischen Erdentale bleibt die Frage offen, wann der Luftraum für den normalen Flugverkehr wieder freigegeben sein wird. Und das ist nicht die einzige offene Frage hier in Berlin, in Mitteleuropa und überhaupt.

Winterliche Wortlektion

Februar 15th, 2010

Manchmal tut es richtig weh, neue Worte zu lernen. Mir hat dieser Winter so eine schmerzhafte Lektion erteilt. Denn vor drei Wochen kannte ich beispielsweise die drei Bezeichnungen Wegeunfall, D-Arzt und Radiusköpfchen noch nicht. Doch dann rutschte ich neulich abends auf dem Nachhauseweg auf einer frisch überschneiten Glatteisfläche aus.

Das Radiusköpfchen (auch Speichenköpfchen genannt) meines linken Arms wurde verletzt, wie mir in der D-Arzt-Sprechstunde (genauer: in der Durchgangsarzt-Sprechstunde) des Berliner Klinikums im Friedrichshain mitgeteilt und mit computertomografischen Aufnahmen gezeigt wurde. Und weil mir der Unfall auf dem Weg vom Job nach Hause passiert war, war es ein sogenannter Wegeunfall.

Doch ich hatte Glück im Unglück. Eine Operation war nicht nötig. Der Gips wurde vor drei Tagen wieder abgenommen. Morgen beginnt die Physiotherapie. Und ich habe meinen Wortschatz auf eine winterliche Weise erweitert, die ich mir beim Rutsch in dieses Jahr vor über sechs Wochen eigentlich nicht vorgenommen hatte und die ich auch nicht unbedingt weiterempfehlen möchte.

MORPHEME sind ja auch blogbar.

Januar 8th, 2010

Die morpheme.eu-Domain ist zum Jahreswechsel 2009/2010 umgezogen und hat sich von den meisten Inhalten aus der Zeit zwischen Mai 2008 und November 2009 verabschiedet. Doch es gibt noch weitere Neuigkeiten. Zum Beispiel dieses Blog hier.